Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

als wir in 2015 anfingen, die PM-Tage 2017 vorzubereiten, entschieden wir uns als Motto für „Projektmanagement 4.0“. Wir hatten damals nicht erahnt, wie brandaktuell wir in 2017 mit diesem Thema sein würden.

Auf dem Markt für Projektmanagement tobt ein dogmatisch geführter Streit zwischen den Anhängern des so genannten „klassischen Projektmanagements“ und den „Agilikern“. Wir haben seitens Tiba die Sinnhaftigkeit dieser Diskussion nie verstanden, denn für uns war immer schon klar, dass Unternehmen und Organisationen beide Ansätze brauchen und mit beiden Ansätzen umgehen lernen müssen. Die bisherigen und über die letzten 30 Jahre immer weiter entwickelten und verfeinerten Prozesse und Verfahren des Projektmanagements sind zwingend notwendig, um insbesondere industrielle Großprojekte und Investitions-/Capex-Vorhaben erfolgreich durchzuführen. Kaum ein vernünftiger Projektmanager wird z. B. die Planung und Steuerung einer auf einer harten Vertragsbasis basierenden, in einem Konsortium zu realisierenden Fertilizer-Anlage mit einem Investitionsvolumen von 800 Mio. Euro nach reinem agilen Projektmanagement betreiben. Auf der anderen Seite wird jeder Projektleiter eines komplexen Digitalisierungsprojektes mit noch nicht klar definierbaren Projektergebnissen sehr von dem Einsatz agiler Methoden profitieren. Je höher der Forschungs- und Innovationscharakter eines Projektes ist, desto wichtiger wird der Einsatz agiler Prozesse.

Es geht also nicht um ein „entweder oder“, sondern um „sowohl als auch“, wobei der Methodenmix sich aus der Projektart (z. B. Investitionsprojekt oder IT-Projekt) und aus dem Innovationsgrad ergibt.

Um unsere Überlegungen in Bezug auf eine sinnvolle Integration klassischer und agiler Methoden wissenschaftlich abzusichern, haben wir seitens Tiba sowohl eine Masterarbeit als auch eine Studie beauftragt. Das Ergebnis war ein komplett neuer Ansatz, den wir „Projektmanagement 4.0“ oder auch „adaptives Projektmanagement“ nennen. Dieser Ansatz befähigt Unternehmen, in Abhängigkeit von dem jeweiligen Einzelprojekt, von dessen Projektart, dessen Komplexität und dessen Innovationsgrad, pro Projekt den Methoden- und Prozessansatz adaptiv zu konfigurieren aus dem zur Verfügung stehenden Gesamt-Set an klassischen und agilen Verfahren, idealerweise bereits firmenspezifisch angepasst.

Einige unserer Kunden machen sich bereits erfolgreich auf den Weg zu „Projektmanagement 4.0“. Wie dies geschieht und welche Erfahrungen sie dabei machen, lesen Sie in unserer neuen Beitragsserie zu PM 4.0 in den weiteren Ausgaben des Tiba Magazins.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen agilen Sommer, ganz im Sinne von Passion for Projects!

Ihr
Till H. Balser
Geschäftsführer