Tiba Magazin. Ausgabe 1/18

-Vorwort-

Liebe Leserin, lieber Leser!

Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Sie – als Verfechter des Themas Projektmanagement – sich von Kritikern plötzlich der Frage gegenübergestellt sehen, ob die Disziplin Projektmanagement überhaupt noch eine Zukunft habe?

In der letzten Zeit häufen sich Stimmen, dass Projektmanagement als Arbeits- und Organisationsform „erledigt“ sei.

Ich war mit dieser These zum ersten Mal vor 29 Jahren konfrontiert – von meinen eigenen Mitarbeitern. Damals war das Verständnis von Projektmanagement reduziert auf die Anwendung einer aus „Operation Research“ kommenden Methode – der sogenannten „Netzplantechnik“. In vielen Unternehmen war diese bereits Anfang der 90er Jahre eingeführt und umgesetzt worden. Von daher war die Frage nach der Zukunft von Projektmanagement – bei einer so engen Interpretation – durchaus verständlich. Ich hatte damals argumentiert, Projektmanagement sei nicht nur eine bestimmte Planungsmethodik, sondern ein komplexes und umfassendes Managementinstrumentarium und stünde in seiner Entwicklung erst am Anfang.

Tatsächlich hat sich Projektmanagement inzwischen zu einer komplexen und vielfältigen, branchen- und fachübergreifenden „Metadisziplin“ entwickelt. Und die Entwicklung von Projektmanagement, in der Theorie, als auch in der Praxis, geht nach wie vor immer weiter. Fragen und Themen, mit denen wir uns als Projektmanagement-Spezialisten heute beschäftigen, hatten wir vor fünf Jahren noch gar nicht auf dem Radar. Eines ist aber bis heute geblieben: Projektmanagement war als Organisationsform immer schon expressis verbis „agil“. Bereits vor 30 Jahren hatten wir gerne in Trainings die Metapher von Projektmanagern als „Nomaden“ verwendet, die ihre Zelte (Projekte) auf- und nach Erledigung des Zweckes wieder abbauen. Im Unterschied dazu die „Fürstentümer“ – burgähnlich verankert in Linienstrukturen und Besitztümer verteidigend.

Heute sind mehr denn je in Unternehmen die „Nomaden“ gefragt, Führungskräfte, die sich flexibel neuen, aber zeitlich begrenzten Herausforderungen stellen und diese zielorientiert in Projektform umsetzen. Die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens basiert mehr denn je auf dem Reifegrad der Projekt- und Prozessorientierung und damit der Flexibilität in Organisationsstrukturen und den darin handelnden Führungskräften.

„Projektmanagement für ein neues Zeitalter“ – mit dieser Vision unterstützen „Tibaner“ als Berater, Trainer und Interimsmanager unsere Kunden bei der Bewältigung ihrer Zukunftsaufgaben. Wie das geschieht und wo wir Schwerpunkte sehen, erfahren Sie in dieser Ausgabe des Tiba Magazins, in dem sich die Autoren Zukunftsthemen widmen. Mein Geschäftsführer-Kollege Reinhard Wagner, langjähriger Vorstand der GPM als auch Präsident der IPMA, schreibt über „projektorientierte Unternehmensführung“. Aber Sie finden auch Antworten auf die Frage „Wie gestaltet man eine zukunftsorientierte Projektkultur?“, „Wie erweckt man agiles Projektmanagement erfolgreich zum Leben?“, „Wie wird sich Projektmanagement aus technologischer Sicht weiterentwickeln?“ oder erhalten Orientierungshilfe z. B. durch „zukunftsorientierte Leitlinien Prozessmanagement“.

Passend zu dieser wegweisenden Ausrichtung der Tiba finden die nächsten PM-Tage am 03. und 04. April 2019 in München unter dem Motto „Shaping the Future“ statt. Ich würde mich sehr freuen, Sie als Teilnehmer auf diesem jährlichen Spitzentreffen für Entscheider in Projekt- und Prozessmanagement begrüßen zu können.

Bis dahin verbleibe ich

mit Passion for Projects,

 

Ihr

Till H. Balser

 

Ausgewählte Highlights in dieser Ausgabe: