Digitalisierung und Industrie 4.0: Die Auswirkungen auf das Projektmanagement

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind zwei der wichtigsten Trends unserer Zeit – und beide wirken sich auf das Projektmanagement aus. Doch was bedeutet diese Entwicklung für die Beteiligten im Projektgeschäft konkret? Wie müssen bisherige Projektmanagement-Ansätze den veränderten Anforderungen angepasst werden?

Diesen und weiteren Fragen geht Dan-Felix Müller in dem Paper „Auswirkungen von Digitalisierung und Industrie 4.0 auf das Projektmanagement“ nach. Sein Fazit: Industrie 4.0 wird den Kontext für das Projektmanagement stark verändern – durch globale, damit zusammenhängende Entwicklungen, durch cyber-physische Systeme sowie sich (auch) daraus ergebenden neuen Geschäftsmodellen und Möglichkeiten der Kooperation. Dabei erhöhen Komplexität, Dynamik und Unsicherheit sich durch die dargestellten Entwicklungen nicht nur, sondern erreichen auch qualitativ neue Ausmaße. Aus diesem veränderten Kontext leitet er neun Anforderungen sowie vier Ziele ab, denen Projektmanagement in einer dezentral und intelligent vernetzten Industrie gerecht werden muss.

Sowohl klassische Ansätze des Projektmanagements als auch moderne, agile Ansätze werden diesen Anforderungen und Zielen in vielen Punkten nicht oder nur bedingt gerecht, vor allem, da sie unterschiedliche Probleme adressieren und von anderen Annahmen ausgehen.

Der Autor zeigt mögliche Ansatzpunkte für die Entwicklung von „PM 4.0“, also einem Industrie 4.0-gerechten Projektmanagement, auf, die auf einem situativen und adaptiven Umgang mit unterschiedlichen PM-Ansätzen basieren. Diese stellen Möglichkeiten dar, die gesamte Organisation, das Projektmanagement an sich, Organisations- und Projektkultur sowie die Technologie den dargestellten Anforderungen und Zielen entsprechend zu gestalten.

Dabei wird deutlich, dass der Fokus der Veränderung nicht nur auf dem PM, sondern auch auf der Organisation liegen muss, in die es eingebettet ist. Insgesamt geht es weniger um neue Methoden, als vielmehr um eine andere Haltung und Kulturentwicklung: anstatt Pläne zu entwickeln und anschließend deren Umsetzung zu planen und zu kontrollieren, muss PM 4.0 Projektteams und -mitarbeiter dazu befähigen, situativ zu handeln, aus Lernerfahrungen schnelle Rückschlüsse zu ziehen, sich selbstständig zu organisieren und mit anderen absprechen zu können, wobei der tatsächliche Nutzen wichtigstes Leitmotiv sein muss. Dazu braucht es „Räume“, in denen konstruktiver Austausch und selbstständiges Arbeiten auf Augenhöhe möglich sind und in denen ein Klima psychologischer Sicherheit existiert. Innerhalb des PM können technologische Innovationen genutzt werden, um auch in größeren Organisationen und Einheiten ein dezentrales, selbstorganisiertes und situativ handlungsfähiges PM zu ermöglichen.

Auch zum Megatrend Digitalisierung gibt Dan-Felix Müller in seiner Masterarbeit „Auswirkungen von Digitalisierung und Industrie 4.0 auf das Projektmanagement“ zahlreiche Anregungen. Die etwa 100 Seiten umfassende wissenschaftliche Arbeit kann bei der Tiba per Mail an redaktion@tiba.de kostenlos angefordert werden.