Wie bringen Sie mehr Agilität in Ihr Unternehmen? Ein Erfahrungsaustausch mit Zukunftswirkung

Wer möchte schon erleben, wie der Wettbewerb am eigenen Unternehmen vorbeirauscht? Oder wie plötzlich Konkurrenz aus einer unerwarteten Richtung die besten Kunden abgräbt? In Zeiten der Disruption durch Digitalisierung sollten auch unternehmerische Dickschiffe auf ihre Weise agil und wendig sein wie eines dieser hochmotorisierten Schnellboote, mit denen Piraten hochhausgroße Tanker bezwingen. Aber wie soll das gehen?

Dieses Problem bei Mittelständlern und Business Units von großen Unternehmen individuell zu lösen, ist die Passion von Markus F. Wanner. Je dynamischer und komplexer das Umfeld der Organisationen ist, desto mehr begeistert den Wirtschaftsingenieur die Aufgabe. Seit mehr als 20 Jahren ist er Partner und Beauftragter der Geschäftsführung bei der Tiba Managementberatung GmbH. Aktuell stehen die Themen Agile Organisation und Digitale Transformation auf seiner Agenda – entsprechend auch in der Pre-Session zu den PM-Tagen 2019, auf der sich die Teilnehmer über den Stand der Transformation in ihrem Unternehmen austauschen können.

Es gibt immer wieder kleine Warnzeichen. Vielleicht werden Kundenerwartungen nicht immer erfüllt – oder nicht in der gewünschten Zeit, weil die Projekte einfach zu lange dauern. Oder der Blick nach außen zeigt, dass andere erfolgreicher sind. „Spätestens dann ist es allerhöchste Zeit, eine Initiative zu starten, um agiler zu werden“, sagt Markus Wanner.

Versuchen. Fehler machen. Neu versuchen, und zwar schnell.

Wer zu den PM-Tagen kommt, ist sich der Notwendigkeit von Agilität bewusst und soll hier Anregungen zum „Wie“ erhalten. Das Thema treibt vor allem bestimmte Bereiche in den Unternehmen um, wo Kundenwünsche unklar sind und wo prozessgetrieben und effizienzorientierte Arbeit nicht mehr weiterführt. Deshalb werden sich in der Pre-Session zu den PM-Tagen insbesondere R&D-Leiter, PMO-Verantwortliche, IT-Leiter, Innovationsbeauftragte, und HR-Leiter darüber austauschen, wo sie stehen. „Agilität ist eine Reise, die nicht von Anfang bis Ende geplant werden kann“, sagt Wanner. Jeder versucht seinen Weg, jeder hat Erfahrungen gemacht, von denen andere profitieren können. „Das ist auch das, was agiles Lernen ausmacht: Fail fast and learn. Weil alle Teilnehmer auf einem unterschiedlichen Stand sind, können sie viel voneinander lernen und Impulse für ihren nächsten Schritt mitnehmen“ – zum Beispiel, ihre Leadership-Prinzipien oder Führungsprogramme auf den Prüfstand zu stellen.

Was tun, wenn die Welt nicht mehr plan- und steuerbar ist? Sich schneller wandeln können!

Es ist die Digitalisierung, die immer mehr Agilität von Unternehmen fordert, und zwar nicht nur in der Softwareentwicklung, sondern auch in vielen anderen Bereichen von Unternehmen mit etablierten Strukturen. Markus Wanner: „Die Welt ist nicht mehr so plan- und steuerbar! Kundenbedürfnisse ändern sich ständig. Deshalb müssen wir lernen, mit Unsicherheiten umzugehen.“ Unsicherheit durch Disruptionen, die die Digitalisierung ermöglicht – denen heißt es zuvorzukommen. „Unternehmen müssen reaktionsfähig sein und bleiben, sich ständig wandeln, um mit diesen disruptiven Tendenzen umzugehen,“ so Herr Wanner.

Kundenbedürfnisse und Mitarbeiter müssen im Fokus stehen

Disruptoren haben Erfolg, weil sie ihr Geschäftsmodell konsequent auf Kundenbedürfnissen aufbauen. Und auf der Fähigkeit, schnell zu reagieren, wenn diese sich plötzlich ändern. Es gilt, schnell den Bedarf des Kunden zu erfassen und sich in kleinen Schritten an eine Lösung heranzutasten, stets in enger Abstimmung mit dem Kunden – in einem kontinuierlichen Feedback-Loop.

Wenn auch Mittelständler auf den Zug aufspringen und diese Denke erfolgreich auf eigene komplexe Projekte übertragen wollen, darf man den Faktor Mensch nicht aus den Augen verlieren. Die ganze Kreativität jedes einzelnen Mitarbeiters muss genutzt werden, und Teams müssen sich selbst organisieren können. Denn lineare Zeitpläne sind nicht einzuhalten, wenn sich die Kundenanforderungen ständig ändern.

Die neue Rolle der Führung heißt „Sense & Response“ statt „Command & Control“

Dies wiederum erfordert eine andere Führungskultur als das traditionelle „Command & Control“. Die Führungskräfte von morgen haben vor allem die Aufgabe, Sinnhaftigkeit und Unterstützung zu bieten. Wanner: „Wenn ich nicht einen Sinn liefere und die Mitarbeiter nicht mitnehme und mitgestalten lasse, sind sie auch gar nicht mehr bereit, irgendetwas zu tun!“

Führung heißt vor allem auch die Förderung der Mitarbeiter zu mehr Eigenverantwortung und Selbstorganisation. Diese Rolle bedeutet: „Führungskräfte müssen loslassen können, was richtig schwierig ist, wenn man vorher eine Sandwichposition hatte und Informationen verdichtet von unten nach oben und umgekehrt weitergegeben hat. Wenn es am Ende nur noch um den Kundennutzen und den Kundenmehrwert geht, dann hat das mittlere Management irgendwann komplett seine Daseinsberechtigung verloren. Ein Meeting, das der Chef einberuft, damit er besser informiert ist, schafft im Sinne des Kunden null Mehrwert.“ Es geht eben darum, das gesamte Unternehmen auf diesen Kundennutzen auszurichten und mit der Mitarbeiterorientierung diese Selbstorganisation zu etablieren. „Wenn ich das schaffe, habe ich eine neue Form der Führung. Die Firmen müssen offen sein für eine völlig neue Form der Zusammenarbeit. Diese Arbeit sollte sinn- und wirkungsvoller sein. Und dann habe ich als Manager eine andere Rolle, wir nennen das Supportive Leadership. Ich unterstütze mein Team. Diese neue Art von Führung ist ein zwingendes Element der agilen Organisation.“

So schaffen Sie die Grundlagen für ein neues Mindset

Es wird zwar häufig noch nicht praktiziert, aber die meisten Unternehmen wissen inzwischen: Digitalisierung ist mehr als Technologie, Prozesse oder Datenhandling. Es braucht auch das passende Leadership oder die passende Organisation dafür. Wanner: „Die Frage ist, wie entsteht in einer Organisationsentwicklung ein neues Mindset?“

Sein Tipp: „Ich würde das Feuer immer von zwei Seiten anzünden“.

1.     Kurz analysieren: Was hat sich im Umfeld geändert? Warum waren wir vor fünf Jahren erfolgreich? Und warum werden wir es nicht mehr bleiben, wenn wir uns nicht verändern? Wie haben sich die Kundenbedürfnisse entwickelt, was hat der Wettbewerb gemacht?

2.     Die Vision formulieren: Wo möchte ich tatsächlich hin mit meinem Unternehmen? Hierbei ist zu beachten, dass dies immer seltener ein klarer Zielzustand sein wird, dessen Erreichen Sie Punkt für Punkt abhaken können. Hier geht es nicht darum, einen Fünfjahresplan zu machen, sondern erste Pilotprojekte in Angriff zu nehmen, wo Sie die Umsetzung ihrer Ideen agil ausprobieren.

 

Kurzbiografie

Der studierte Diplom-Wirtschaftsingenieur Markus F. Wanner ist seit rund 30 Jahren als Berater, Projektleiter, Trainer und Coach bzw. Prozessbegleiter/Moderator aktiv. Bereits 20 Jahre lang ist er für die Tiba Managementberatung tätig. Als Partner und Beauftragter der Geschäftsführung hat er die Beratungsleistungen der Tiba rund um die Kernkompetenz Projektmanagement mit komplementären Leistungen zu Prozess- und Change Management weiter ausgebaut. Aktuell treibt er die Themen Digitale Transformation und Agile Organisation voran.

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