Was versteht man unter Anlaufmanagement und Anlaufphase?

Das Anlaufmanagement (engl. Ramp-up Management) ist als Disziplin dem Projektmanagement zuzuordnen. Zum konkreten Aufgabenbereich im Anlaufmanagement zählt die bereichsübergreifende Koordination von Aktivitäten während der Anlaufphase. Unter einer Anlaufphase wird der Zeitraum zwischen der Entwicklung eines Produktes und der Serienproduktion verstanden (siehe Abbildung 1).

Warum sind Anlaufphase und Anlaufmanagement kritisch für den Projekterfolg?

Produktentwicklungsprozess

Abbildung 1: Produktentwicklungsprozess (Eigene Darstellung nach Schuh, Stölzle, & Straube, 2008)

Während der Anlaufphase treffen eine Vielzahl interdependenter Einflussfaktoren (z. B. Produktionstechnologien, Logistikkonzepte) aufeinander. Hinzu kommt das erstmalig vernetzte Ineinandergreifen interner und externer Bereiche (z. B. Entwicklung und Produktion, Lieferant und OEM). Die Harmonisierung dieser vorher zum Teil parallel laufenden Aufgaben und die Koordination der verschiedenen Akteure erfordert die Einführung eines Anlaufmanagements.

Was kennzeichnet eine Anlaufphase?

Die Anlaufphase ist häufig dadurch gekennzeichnet, dass notwendige Produktanpassungen oder auftretende Probleme den Projekterfolg gefährden können. Diese Herausforderungen erhöhen die Kosten und verzögern den Zeitplan und gefährden so das kalkulierte Marktstartvolumen. Hinzu kommt, dass in der Anlaufphase oft an offenen Punkten aus vorgelagerten Projektphasen gearbeitet werden muss. Während in den früheren Projektphasen noch die Möglichkeit besteht, dass die fehlenden Ergebnisse wieder aufgeholt werden können, ist dies in der Anlaufphase kaum mehr möglich, da der SOP bzw. Markteintritt naht.

Zusammenfassend verantwortet das Anlaufmanagement die Erreichung der anlaufspezifischen Qualitäts-, Zeit- und Kosten-Ziele (z. B. Erreichung Produktionsmenge/Kammlinie, Zuliefererintegration, Sicherstellung Teileverfügbarkeit/Produktqualität).

Welche Funktionen und Fachbereiche sind in einem Anlauf involviert?

Damit das Vorhaben gelingt, ist es wichtig, eine gut geplante Anlaufstrategie aufzusetzen. Diese Anlaufstrategie bildet den Rahmen für die Anlauforganisation (s. Abbildung 2). Die Anlauforganisation setzt sich aus dem Anlaufmanager und dem Anlaufteam zusammen, welches idealerweise aus Vertretern der verschiedenen Funktionen zusammengesetzt ist (u. a. Fertigung, Logistik, Qualitätssicherung, Beschaffung, Entwicklung). Der Anlaufmanager ist dabei der Tandempartner des Produktmanagers. Die enge funktionsübergreifende Zusammenarbeit ist notwendig, um die Aufgaben der Dimensionen Lieferanten-, Produktions-, Änderungs-, Logistik-, Kostenmanagement bewältigen zu können.

Dimensionen des Anlaufmanagements

Abbildung 2: Dimensionen des Anlaufmanagements (Eigene Darstellung nach Schuh, Stölzle, & Straube, 2008)

 

Anlaufmanagement wird nicht nur in der Automotive-Branche benötigt

Die Anfänge des Anlaufmanagements finden sich in der Automotive-Branche, welche durch hohe Komplexität der Produkte und Serienfertigungen in hohen Stückzahlen geprägt ist. Aufgrund des gestiegenen globalen Konkurrenzauftretens und des Kundenwunsches nach mehr Individualität, hat sich die Anzahl der verschiedenen Produktvarianten erhöht und die Modellzyklen sind kürzer geworden. Dadurch steigt zwangsläufig die Anzahl von Produktanläufen und die Notwendigkeit, diese systematisch umzusetzen.

Im Folgenden sind einige Branchen aufgelistet, bei denen Anlaufmanagement die Qualität von Produktanläufen maßgeblich beeinflusst:

  • Automobilhersteller und -zulieferer
  • Anlagen- und Maschinenbau
  • Luftfahrttechnik
  • Elektronikgüterindustrie
  • Medizintechnik

Warum ist Anlaufmanagement nicht gleichzusetzen mit Launch Management?

In den verschiedenen Branchen wird Anlaufmanagement auch oft mit Launch Management gleichgesetzt. Während das Anlaufmanagement die Überführung eines Produktes von der Entwicklung bis zur Serienproduktion betreut (Zieltermin: Erreichung der Sollstückzahl/-kapazität), kümmert sich das Launch Management hingegen für die Einführung der richtigen Produkte zum richtigen Zeitpunkt (Zieltermin: Verkaufsstart).

Welche Aspekte tragen wesentlich zum Erfolg des Anlaufs bei?

Abbildung 3: Systemischer Beratungsansatz der Tiba

Der Tiba Beratungsansatz konzentriert sich auf die Ausgestaltung der 4 P’s – Product, Plant, People, Parts – auf Organisations- und Projektebene. Die 4P’s müssen bei allen Anlaufaktivitäten berücksichtigt werden, da sonst das Risiko besteht, dass Aktivitäten isoliert betrachtet werden. Dieser “Tunnelblick” kann dazu führen, dass die Maßnahmen nur einseitig behandelt und somit wichtige Aspekte nicht oder zu spät berücksichtigt werden.

Diese vier Themengebiete haben sich in den von Tiba begleiteten Anlaufprojekten als wesentliche Erfolgsfaktoren erfolgreicher Produktanläufen bewiesen. Durch das Ausbalancieren dieser essenziellen Themengebiete kann ein effizienter Produktanlauf bestmöglich sichergestellt werden.

Wenn Sie mehr über diese systematische Herangehensweise und den Tiba Beratungsansatz herausfinden möchten, melden Sie sich gerne für ein unverbindliches Beratungsgespräch unter kundenservices(at)tiba.de

 

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