The Future of Learning: Exklusivbeitrag mit Thyssenkrupp

Mehrtägige virtuelle Konferenzen mit Teilnehmern aus verschiedenen Kontinenten, eine VR (Virtuelle Realität)-Lernsimulation mit dem Projektleiter als Avatar – Utopie oder schon Realität? Für » Cornelia Zimmer-Reps und Michael Manß, die gemeinsam den Project Management Campus (PMC) der thyssenkrupp Academy leiten, gehören solche Formate zum Alltag. „Digital first“ unterstützt ihren Ansatz, neue, bedarfsorientierte und effektive Formen des Lernens auszuprobieren.

Digitales Lernen heißt kontextbezogen lernen.

Cornelia Zimmer-Reps und Michael Manß erläutern die Ausrichtung des PMC im Konzern: „Projektmanagement ist für thyssenkrupp ein wesentliches Thema. So arbeitet der gesamte Anlagenbau schon lange nach PMI-Standard. Für interne Projekte haben wir in diesem Bereich allerdings Nachholbedarf.“ Und genau da setzt der PMC an: Learning-on-demand oder Learning-near-the-job ist ein am individuellen Bedarf der Mitarbeiter orientiertes, arbeitsplatznahes Lernen. Moderne, digitale Methoden des Lernens lassen sich sehr gut in den Arbeitsalltag integrieren. Sie ermöglichen neue Angebote wie z.B. eLearning, Lernen in VR-Umgebungen und virtuelle Konferenzen. Social-Media-Plattformen unterstützen beim Austausch in fachbezogenen Communities. „Wir versuchen momentan, möglichst viele verschiedene Methoden anzubieten, damit jeder Mitarbeiter für sich das passende Format herausfindet“, erläutert Cornelia Zimmer-Reps. Selbstverständlich wird es weiterhin sogenannte „Blended Trainingsformate“ mit Präsenzanteil und Online-Elementen geben.

Neue Ideen und Techniken: Everybody becomes a teacher.

Wissen und Kompetenzen auf Vorrat zu vermitteln, wie das klassische Fort- und Weiterbildungskonzepte vorsehen, ist für die beiden Leiter des PMC aus verschiedenen Gründen nicht mehr zeitgemäß. Mitarbeiter haben nun vielmehr die Möglichkeit, kontextbezogene Lerneinheiten genau dann abzurufen, wenn sie sie benötigen. Erworbenes Wissen wird so nicht nur sofort anwendbar, sondern auch besser verinnerlicht. Michael Manß führt weiter aus: „Wir ermutigen und fördern Mitarbeiter mit unterschiedlichen Tools, selbst zum Lehrer zu werden und das eigene Wissen in selbstentwickelten Lerneinheiten weiterzugeben.“ Selbstbestimmt Lernen – wie das genau aussieht, bestimmen die Mitarbeiter im digitalen Zeitalter eben selbst.

Digital, virtuell oder in persona – wie’s am besten passt.

Neue, digitale Lehrmethoden sind oft nicht nur effektiver, sondern auch wirtschaftlicher. Statt zwei Tage fern des Arbeitsplatzes in einer Fortbildungsmaßnahme funktioniert digitales Lernen direkt am Schreibtisch. Zeitaufwand und Kosten sind deutlich niedriger. Auch die Investitionen für die technische Ausstattung halten sich in Grenzen. „Für das Lernen in Großraumbüros sind Kopfhörer anzuschaffen. Es braucht Rückzugsmöglichkeiten. Ideal sind sogenannte Think-Tanks zum konzentrierten Lernen“, fasst Michael Manß zusammen. Natürlich hat die digitale Lernwelt auch ihre Grenzen. Bei allem Digitalen und Virtuellen führt der PMC immer noch persönliche Gespräche und Beratungen. Solange Menschen physisch zusammenarbeiten, wird es Präsenztrainings geben müssen.

Wir sind nicht die, die alles wissen.

„Mit den neuen Lernmethoden gehen wir wie im Projektmanagement davon aus, dass nicht wir diejenigen sind, die alles wissen. Das Wissen ist in den Köpfen der Mitarbeiter. Unsere Aufgabe ist es, sie beim Austausch zu unterstützen“, beschreiben Cornelia Zimmer-Reps und Michael Manß den Ansatz des PMC. Train-the-trainer-Maßnahmen sind hierbei ein wesentlicher Bestandteil. Daneben treibt der PMC die internationale Vernetzung und den stärkeren Ausbau dezentraler Fortbildungsangebote voran. Künstliche Intelligenz und Machine Learning wird ihrer Meinung nach dabei eine große Bedeutung in der Fort- und Weiterbildung erhalten. Ziel muss es sein, jedem einzelnen Mitarbeiter seine individuelle Lernerfahrung zu bieten. Aus dem Learning-Management-System soll so eine Learning-Experience-Plattform entstehen – ein höchst flexibles, effektives und von den Mitarbeitern aktiv mitgestaltetes Wissenstransfer-Werkzeug.

Kurzbiografien

Michael Manß ist Maschinenbau-Ingenieur und war in unterschiedlichen Funktionen im operativen Projektgeschäft im Anlagenbau tätig. Im Jahr 2013 begann er mit dem Aufbau des Project Management Campus innerhalb der thyssenkrupp Academy. Er ist zertifizierter Trainer und führt u.a. internationale Workshops für Großprojekte und virtuelle Konferenzen durch.

Cornelia Zimmer-Reps hat Sozialwissenschaften studiert und ist zertifizierte Projektleiterin nach PMI und PRINCE2®. Sie leitete sowohl klassische als auch agile IT-Projekte und hat als Trainerin und Consultant im Projektmanagement gearbeitet. Seit 2016 verstärkt sie das Team des PM Campus, treibt dort die agile Transformation voran und leitet virtuelle konzernweite PM Communities.

2 Antworten zu “The Future of Learning: Exklusivbeitrag mit Thyssenkrupp”

  1. Lutz Palmgren sagt:

    Sehr zeitgemäß! Wie gehen Sie mit unterschiedlichen Lernkulturen um (selbstbestimmtes gegen frontales Lernen, unterschiedl. Wissensstände …)?
    Dass Kollegen Wissen weitervermitteln ist gut, traut sich das jeder?
    Beispielsweise steht ein Projekt an, Mitarbeiter vieler Länder werden zusammenarbeiten – wie ist der Lernweg dorthin, kann jeder selbst entscheiden, ob er dazulernen muss?
    Welches Wissen wird im Projekt vorausgesetzt – gibt es da Pläne?

  2. Hallo,
    sehr interessant!
    Wir verfolgen mit unseren virtuellen Lernwelten den gleichen Ansatz:
    Projektbezogene virtuelle 3D Welten, in denen Erfahrungen gesammelt und ausgetauscht werden. Der wesentliche Erfolgsfaktor ist u.E. hierbei die Möglichkeit der direkten Kommunikation der Beteiligten.
    Peter Bagaric
    3DVirtual.World GmbH

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