Qualitätsmanagement und Auditierungen im Wandel – Teil 2

Als Beratungsunternehmen für Projektmanagement sind wir unentwegt mit neuen Trends konfrontiert und sehen agile Methoden daher als geeignetes Tool, um zukunftsfähig zu bleiben. Daher ist für uns zu diskutieren: Wird die Agilisierung auch im Qualitätsmanagement Einzug halten und somit langfristig die starren Standards der ISO-Normen auflockern? Und wie werden sich Auditierungen den neuen Gepflogenheiten anpassen müssen?

Qualitätsmanagement im agilen Umfeld

Der Trend der Agilisierung nimmt immer mehr Einfluss auf die Strukturabläufe großer und kleiner Unternehmen. Um das agile Mindset ganzheitlich im Unternehmen zu manifestieren, muss natürlich auch der Bereich des Qualitätsmanagements dementsprechend angepasst werden.
„Agilisierung darf nicht ohne das Qualitätsmanagement stattfinden. Auch wenn die Organisation nicht agiler werden will, kann der Bereich Qualitätsmanagement selbst durch agile Vorgehensweisen wirksamer und leistungsfähiger werden“, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Qualität (2019) in einem Blogbeitrag.
Doch wie sieht die praktische Umsetzung agiler Methoden in dieser strukturierten Umwelt, wie dem des Qualitätsmanagements aus? In einem Forschungsprojekt der Hochschule Hannover und der DGQ wurde erstmals empirisch untersucht, inwieweit agile Methoden mit dem QM-System nach ISO 9001 zusammenwirken. Die Ergebnisse zeigen, dass agile Methoden durchaus im Qualitätsmanagement adaptierbar sind: „ISO 9001:2015 ist für agile Prozesse viel offener, als manche Qualitätsmanager und Auditoren ihr zutrauen! (…) Jedoch verlangt der bewusste Umgang mit agilen Prozessen von den Führungskräften und Mitarbeitern sowie Auditoren ein sehr gutes und tiefgehendes Verständnis der Organisation und ihres Kontextes.“ (Adam, 2018, S. 12)
In Hinblick auf agile Methoden wurde in den Befragungen der Studie vor allem die Scrum Methode hervorgehoben. Warum die Synergie der beiden Einzelkomponenten so wirkungsvoll ist, beschreibt Adam wie folgt: „Manche agilen Methoden haben Aspekte der Prozessbeherrschung ohnehin als wesentlich für die Effektivität der Anwendung erkannt und bereits integriert. So gibt der Scrum Guide z.B. diverse Informations-, Planungs- und Reviewinstrumente vor, insbesondere Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective. Die einzelnen Sprints, also Kurzprojekte von maximal einem Monat mit einem klar vorgegebenen Ziel, werden streng über die Zeitvorgaben gesteuert.“ (ebd., S. 7). So kristallisierte sich im Rahmen dieser Studie heraus, dass die Nutzung von Scrum-Methoden einen transparenten und geregelten Entwicklungsprozess befördert. Auch die regelmäßige retrospektive Betrachtung der einzelnen Sprints führte in den Unternehmen zu mehr Effizienz in der Entwicklung.
Diese Studie ist ein erster Hinweis, inwieweit der agile Wandel mit den Neuerungen im Qualitätsmanagement vereinbar ist. Es zeigt sich, dass es für jedes Unternehmen unermesslich ist, stets über den Tellerrand hinauszublicken und offen für Innovationen und Trends zu sein, wenngleich diese auf den ersten Blick nicht zusammenpassen mögen.
Als Beratungsunternehmen sehen wir uns daher auch selbst in der Pflicht, sowohl unser Qualitätsmanagement und aber auch unsere PM-Methoden regelmäßig zu hinterfragen und zu erneuern. Ein Teil des Qualitätsmanagement bei Tiba stellt die externe Auditierung durch den Tüv Tisax dar. TISAX ist eine externe Auditierung, die anzeigt, mit welcher Sorgfalt und Sicherheit wir (Tiba) mit den Informationen unserer Kunden umgehen. Unsere Kunden können sich daher sicher sein kann, dass wir alles dafür (persönlich, prozessual, und IT) tun, dass die Geschäftsgeheimnisse bei uns bewahrt werden und bleiben.

 

Adam, P. (2018). System(at)isch agil. Wie agile Prozesse in ein Managementsystem nach ISO 9001:2015 integriert werden können. Deutsche Gesellschaft für Qualität.

 

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