Von „klassisch“ versus „agil“ hin zu PM 4.0

– Praxisbeispiel –

Müssen sich Unternehmen zwischen agilem Projektmanagement und klassischen Methoden entscheiden? Keineswegs, wie dieser Beitrag aufzeigt.

Tiba Magazin – Ausgabe 2/2019

In vielen Unternehmen wird „Agil“ als neue Wunderwaffe gehandelt. Alles soll auf einmal agil sein und es herrscht oft ein Kampf zwischen den Vertretern des „klassischen Projektmanagements“ und den „agilen Evangelisten“.

Dieses „entweder oder“ (s. Abbildung 1 – Bild links) führt zu einer Patt-Situation im Unternehmen. Dabei wird oft viel Geld verschwendet, wenn man sich zu früh auf eine Methode festlegt, die vermeintlich alles besser machen soll.

Agiles_Projektmanagement

Abbildung 1: Von „klassisch“ vs. „agil“ zu PM 4.0

Die Erfahrung zeigt, dass ein Projektmanagement, das der Industrie 4.0 gerecht wird, nicht entweder agil oder klassisch und auch nicht unbedingt hybrid ist. Es besteht vielmehr aus vielen verschiedenen Facetten und sollte situativ und adaptiv verwendet werden . Manchmal braucht es „Wasserfall“, manchmal Lean, Kanban oder Scrum und manchmal Design Thinking. Ein Unternehmen, das mit verschiedenen Projektarten zu tun hat, sollte daher das bestehende Projektmanagement durch verschiedene Methoden sinnvoll ergänzen. (s Abbildung 1 – Bild rechts).

Dabei kann es im Extremfall sogar dazu kommen, dass die Methode innerhalb eines Projektes mehrfach wechselt. In der frühen Phase startet man zum Beispiel mit Design Thinking, bis man ungefähr weiß, was der Kunde sich wünscht. Dann entwickelt man die Idee über verschiedene Sprints mit Hilfe von Scrum weiter. Sind die Anforderungen soweit klar, dass SMARTe Ziele formuliert werden können und das Umfeld einigermaßen stabil ist, kann klassisches Projektmanagement am sinnvollsten sein.

Manchmal bietet es sich auch an, nur ein Arbeitspaket innerhalb eines starren, nicht verhandelbaren Stage Gate Prozesses agil durchgeführt werden. Je nach Anforderung wird situativ die passende Methode verwendet.

 

Agilität

Abbildung 2: Extremfall – mehrere verschiedene Methoden in einem Projekt

Zu beachten ist allerdings, dass dieser virtuose Einsatz verschiedener Methoden auch extreme Anforderungen an alle Beteiligten sowie die Organisation stellt und daher eher als Vision bzw. Zielbild zu sehen ist. Die Grundlage ist aber in jedem Fall eine Ausbildung, die einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten gibt.

Praxistipp: Achten Sie darauf, dass es Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen gibt, die agile Methoden und Prinzipien für eine erfolgreiche Agilisierung kennen und verstehen sowie auch in der Lage sind, Teams und Organisationen darin zu unterstützen, die passende Methode zu finden, anzunehmen und zu entwickeln.

Autor:  Mandy Mertin, Stellvertretende Managerin, Tiba Business School GmbH; Alex Koschke, Berater und Trainer, Tiba Managementberatung 
Email: redaktion(at)tiba.de

 

Veranstaltung zu agilen Methoden

Als Novum auf dem Markt gibt es seit August 2019 eine vom TÜV Rheinland geprüfte Qualifikation: „Agile Mindset – Intensivtraining zur Einführung in agile Denk- und Arbeitsweisen im Projektkontext“.

Das Training wird von PM 4.0 Experten der Tiba durchgeführt, die einen ganzheitlichen Überblick geben und aus einer objektiven Position heraus die Vor- und Nachteile der jeweiligen agilen Methode für den Einsatz im Projektmanagement auch im Nicht-IT-Umfeld bewerten können.

Weitere Informationen hier.

Die Tiba Business School veranstaltet auch regelmäßige Themenabende zu den Themen Agilität, Agile Coaches oder Change Management. Tauschen Sie sich mit Branchenexperten und -interessenten zu Fachthemen aus und erweitern Sie Ihr berufliches Netzwerk. Mehr Informationen hier.