Change – ja bitte! Ein Werkstattbericht aus der Welt des Automobils und der Finanzdienstleistungen

Als Carl Friedrich Benz im Jahr 1886 den „Benz Patent-Motorwagen Nummer 1“ anmeldete, war das die Geburtsstunde des Automobils und damit auch ein großer Schritt in Richtung Individualverkehr. Heute unterstützen einfach zu bedienende Apps auf dem Smartphone die Möglichkeiten intermodaler Mobilität. So viel Veränderung bedeutet Bewegung für die Daimler Financial Services AG, die sich vom Absatzfinanzierer zu einem globalen und integriertem Mobilitätsdienstleister entwickelt. Mathias Herrmann spricht über Leadership, Herausforderungen und Methodenansätze für einen nachhaltigen Change. Ausführlich berichtet Herr Herrmann in seiner Keynote auf den PM-Tagen 2019.

Mobilität auf neuen Wegen

Daimler Financial Services bietet Finanzierung, Leasing, Flottenmanagement, Geldanlagen, die Vermittlung von Kreditkarten und Versicherungen sowie innovative Mobilitätsdienstleistungen an. „Dabei finanzieren wir inzwischen nicht mehr nur Fahrzeuge, sondern sind auch aktiv im Non-asset-Bereich“, erläutert Mathias Herrmann, Director Credit & Risk Management, die veränderten Geschäftsmodelle. Die Zukunft der Mobilität, besonders der urbanen Mobilität, sehen wir als ein ganzheitliches Ökosystem. Hier bieten wir bereits heute integrierte und digitale Mobilitätsdienstleistungen, wie u.a. moovel, car2go oder mytaxi, inklusive Zahlungsabwicklung an. Die Ausweitung des Onlinegeschäfts, aber auch die Stärkung des oben genannten Kerngeschäfts erfordert neue Strukturen und Prozesse im Unternehmen, die eine nachhaltige Veränderung geradezu verlangen.

Reparatur und Instandhaltung mit neuem Layout

„Wir planen heute nicht für morgen, sondern planen den Erfolg von übermorgen“, meint Mathias Herrmann. „Unser Change Prozess ist nicht irgendwann abgeschlossen, wir befinden uns vielmehr in einem konstanten Weiter“. An die veränderten Kernprozesse hat sich die „Werkstatt“, die dafür sorgt, dass der Motor des Finanzdienstleisters weiterläuft, funktional, methodisch und formal angepasst. Ein gemeinschaftliches Büro, mobile Arbeitsplätze, Think Tanks, digitale Kommunikationsmöglichkeiten – das sind die äußerlich wahrnehmbaren Veränderungen. „Wir sitzen aber nicht nur anders, sondern wir sind erreichbarer und zugänglicher geworden“, meint Mathias Herrmann, der es heute als Führungskraft genießt, ohne Trennwände inmitten seines Teams zu arbeiten. „Durch den unmittelbaren Kontakt spüre ich sofort die Stimmungen im Bereich und es fördert die notwendige Agilität.“

Change benötigt Qualifikation

Im Jahr 2018 hat das Great Place to Work Institut Daimler Financial Services als einen der zehn besten Arbeitgeber weltweit gekürt. Mathias Herrmann heißt diese begeisternde, wertschätzende und motivierende Arbeitsumgebung gut, in der die Entwicklung von Menschen im Mittelpunkt steht: „Genauso, wie wir eine stärkere Kundenzentrierung vornehmen, müssen wir auch die Mitarbeiter im Change mitnehmen und ausbilden.“ Prozesse und Qualifikationen sollten sich daher entsprechen und abdecken. So wird ein Unternehmen nur dann von der digitalen Transformation profitieren, wenn es über qualifizierte Mitarbeiter verfügt, die mit diesen veränderten schnelleren Prozessen und neuen Methoden umgehen können.

In zirkulären Schleifen dazulernen

Wie gestaltet Daimler Financial Services den Wandel konkret? Mathias Herrmann beschreibt die Entwicklung als zirkuläre Schleife, die auf den Teilbereichen „Impulse“ und „Haltung“ beruht. Am Anfang entsteht ein Sense of Urgency, das erforderliche Anstoßen der Fragen: Wo stehen wir und wo wollen wir hin? Die Haltung und der respektvolle Umgang miteinander unterstützen eine nachhaltige Entwicklung und erlauben Hypothesen. Daran schließt sich das Handwerk und das Planen an, etwa das Definieren neuer Rollen, um schließlich in einem Transferprozess das neu Gelernte konkret anzuwenden. „Dann leben wir das Ganze eine Weile, bis wir von Neuem beginnen“, sagt Mathias Herrmann. Seiner Meinung nach ist es für die Führungskräfte dabei wichtig, neugierig zu bleiben, jeden Tag dazuzulernen, sich Diskussionen auszusetzen und für eine gemeinsame Sprache zu sorgen. Gibt es dazu eine Alternative? Nach Ansicht von Mathias Herrmann nein: „Es ist ein kontinuierlicher Prozess – wie in einer Werkstatt.“

 

Kurzbiografie

Als Director Risk Management und Mitglied des Executive Committee ist Mathias Herrmann seit 2013 für das Kredit- und Risiko Management der Daimler Financial Services AG verantwortlich – auf internationaler Ebene. Er besitzt langjährige Erfahrung in Aufsichts- und Verwaltungsgremien, u. a. als CEO der Mercedes-Benz Financial Services France. Dabei hat er seit jeher in eine fundierte Managementausbildung investiert, angefangen bei einem MBA der American Graduate School of International Management bis hin zu Zusatzqualifikationen in Harvard oder Yale.

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