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Ausgabe 2/2014

Planspiele für Projektmanagement kennenlernen und erleben

Projektmanagement spielerisch und erlebnisnah zu vermitteln ist nicht neu. Dennoch ist vielen Unternehmen nicht bekannt, welche komplexen und realitätsnahen Simulationen und Lernspiele es in diesem Bereich gibt und wie diese für die eigene Arbeit eingesetzt werden können. Am 11. und 12. September fand in Essen ein Event des Planspielverbandes SAGSAGA statt, das auf Planspiele im Projektmanagement fokussiert war - es war bereits das zweite im deutschsprachigen Raum.

Planspiele gehören zu den zentralen erfahrungsorientierten Lernmethoden und rücken zuneh-mend in das Interesse von PM-Verantwortlichen, Trainern und Beratern. Auch die Tiba hat die-ses Instrument bereits für sich entdeckt und setzt - je nach Lernziel - verschiedene Planspiele ein. Um den Verantwortlichen eine Orientierung auf dem Markt zu geben, veranstaltete die Swiss Austrian German Simulation and Gaming Association (SAGSAGA) im November 2013 eine erste Veranstaltung zum Thema Planspiele an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel, die eine sehr hohe Resonanz fand. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Event in Essen durchgeführt und auch weitere Events dieser Art in 2015 angedacht. In der nächsten Ausgabe des Tiba-Magazins werden wir ausführlicher über unterschiedliche Arten von PM-Planspielen und deren Anwendungsfelder berichten.

Die große Nachfrage nach Planspielen in Bereich Projektmanagement kommt nicht von ungefähr. Die Praxis hat gezeigt, dass es nicht reicht, Projektmanagement-Tools in Handbüchern festzuhalten oder Tools eher theoretisch und praxisfern zu vermitteln. Im Projektalltag wird das Wissen nicht eingesetzt. In vielen Studien wurde gezeigt, dass in der Praxis die Wechselwirkungen verschiedener Faktoren stark unterschätzt werden und es dadurch schnell zu Übersteuerungen im Krisenfall kommt. Planspiele setzen genau da an, wo die Praxis komplex und dynamisch und eine eindimensionale Logik nicht angemessen ist.
Historisch haben diese Lernspiele ihre Wurzeln sowohl in dem Spiel und Spass von Gesellschaftsspielen als auch in militärischen Taktikspielen, die der Simulation von komplexen Szenarien dienten. Den Teilnehmern bieten sie die Chance, ihr Projektmanagement-Wissen praktisch zu erwerben und unter Beweis zu stellen und ohne Risiko verschiedene Vorgehensweisen auszutesten. Dabei ermöglichen sie es, komplexe und langwierige Prozesse sowie die Wirkung von Entscheidungen abzubilden und die transfernahe Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis zu stimulieren. Gleichzeitig aktivieren Planspiele durch die soziale Einbettung beim Einsatz in Gruppen oder Teams eine Auseinandersetzung über verschiedene Perspektiven und Sichtweisen. Denn es geht ja schliesslich nicht um Abladen und Abspeichern von Wissen über Projektmanagement, sondern um das Qualifizieren für die Praxis und das am Ende "reflektierte Praktiker" den Projektalltag gut gestalten können. Der unternehmerische Nutzen liegt also darin, dass Teilnehmende problemorientiert und eingebettet in einen Kontext Kompetenzen erwerben können. So bleiben sie auch in schwierigen Praxissituationen entscheidungsfähig und erkennen oder benennen kritische Situationen viel früher, weil sie die Anzeichen dafür besser deuten können.

Projektmanagement spielerisch ausprobieren - dies konnten die Teilnehmer des SAGSAGA-Marktplatzes "Planspiele für Projektmanagement" in Essen.

Entwickelt wurden Planspiele mit verschiedenen Schwerpunkten, Formaten und Medien. So kann die Simulation je nach Lernziel auf PM-Aufgaben und die konkrete Anwendung von Tools in verschiedenen Projektphasen fokussieren oder das komplexe Zusammenspiel der PM-Aufgaben und Tools in den Mittelpunkt stellen. Auch die Dynamik des Projektalltags aus Projektleitungssicht und den möglichen Umgang damit, Teamdynamiken und Konflikte sowie deren Umgang damit im laufenden Projektgeschäft oder das Zusammenspiel aus PM-Methoden und Teamprozesse können im Fokus stehen.

Wie das konkret aussehen kann, haben PM-Verantwortliche, Trainer, Berater, Hochschuldozen-ten, Planspielentwickler sowie Anwender zwei Tage lang in Essen erfahren. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Planspiele für Projektmanagement kennen und konnten vier davon in Demonstrationen anspielen. Vorgestellt wurden beispielsweise die Yacht AG, die computer-
basierte Simulation SimulTrain® sowie das Brettplanspiel SysTeamsProject®.
Um sich ein eigenes Bild von den Planspielen zu machen, wurden den Teilnehmer nach einer kurzen Einstimmung acht Planspiele vorgestellt, die anschließend in Teilgruppen von den Teilnehmern selbst ausprobiert werden konnten. Zwei praktisch orientierte Vorträge, die vorrangig auf Lerntransfer im Projektmanagement fokussierten sowie der abendliche Besuch im inspirierenden unternehmerisch-kreativen Unperfekthaus in Essen rundeten die Veranstaltung ab.
Die Räumlichkeiten stellte Michael Manß vom PM Campus der ThyssenKrupp Academy zur Verfügung.

Einen Gesamtüberblick über die dargestellten Planspiele inkl. Kontaktdaten zu den Planspielentwicklern finden Sie » hier.

In den nächsten Ausgaben des Tiba Magazins stellen wir Ihnen einzelne Planspiele detaillierter vor.

Lesetipps - weitere Fachbeiträge und Praxisbeispiele im Tiba Magazin online:
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Autorin

Kristina HermannKristina Hermann
Mitarbeiterin der Fachhochschule Nordwestschweiz im Schwerpunkt "Organisationaler Wandel", Planspiel-
entwicklerin und freiberufliche Beraterin der Tiba Managementberatung GmbH.

Als Mitglied der Swiss Austrian German Simulation And Gaming Association (SAGSAGA), hat sie den Marktplatz in Essen ausgerichtet. SAGSAGA ist ein Verband, der sich auf die Bündelung und Verbreitung von Wissen rund um Planspiel-
entwicklung und -anwendung spezialisiert hat.
Weitere Informationen unter: www.sagsaga.org

Weitere Events sind in Kooperation mit der PMA beziehungsweise der GPM für 2015 in Wien und München geplant.

Planspiele im Projektmanagement eignen sich hervorragend, um ...

  • komplexe und langwierige Prozesse darzustellen
  • die Wirkung von Entscheidungen abzubilden
  • die transfernahe Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis zu stimulieren
  • die unternehmensinterne Auseinandersetzung aus verschiedenen Perspektiven zu fördern
  • Teamdynamiken in Projekten sichtbar und besprechbar zu machen

Haben Sie weiterführende Fragen zu diesem Thema?

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