Nachhaltigkeit durch Wandel | Florian Waßner im Interview (KUKA)

Die KUKA AG ist einer der weltweit führenden Anbieter von Robotik sowie Anlagen- und Systemtechnik. Das Portfolio reicht vom Engineering über das Projektmanagement bis hin zur Realisierung automatisierter Anlagen. Ziel ist eine effiziente und nachhaltige Automatisierung der industriellen Fertigung. » Florian Waßner, Head of Project Management bei der KUKA Systems GmbH, erläutert, welchen besonderen Anforderungen das Projektmanagement heute gegenübersteht und wie es sich verändern muss, um langfristig zu einem nachhaltigen Unternehmenserfolg beizutragen.

Noch mehr Details zum Thema verrät Hr. Waßner auf den » PM-Tagen 2018 in seinem Best Practice Vortrag.

KUKA gilt im B2B-Bereich als Pionier der Industrie 4.0. Wirkt sich der Wandel zur vernetzten Produktion auch auf das Projektmanagement aus?

Florian Waßner: Der Markt erfordert heute immer schnellere Reaktionen, der Termindruck steigt. Gleichzeitig werden hohe Anforderungen an das Projektcontrolling gestellt. All das muss ein modernes Projektmanagement abbilden. KUKA ist außerdem in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat sich strategisch immer mehr auf den Kunden konzentriert. Heute bieten wir mit unseren Geschäftsbereichen KUKA Systems, KUKA Roboter, KUKA Industries und Swisslog globale, ganzheitliche Lösungen an. Wir sahen uns daher gezwungen, das Projektmanagement an diese Entwicklungen anzupassen und entsprechend zu modernisieren.

Projektmanagement im Wandel – was bedeutet das konkret?

Waßner: Zwanzig Jahre lang war das Projektmanagement von KUKA untrennbar mit der Excel-Welt verbunden. Mit zunehmender Komplexität der Projekte sind auch die Projektsteuerungsfiles immer komplexer geworden. Was jedoch fehlte, war eine Standardisierung. Viele manuelle Einstellungen machten das System ineffizient und führten zu Datenübertragungsfehlern. Erfolgsindikatoren ließen sich nicht unmittelbar abfragen. Wir haben uns daher zur Einführung einer SAP Netzplanung entschieden.

Fördert die SAP Netzplanung die Nachhaltigkeit Ihrer Projekte?

Waßner: Davon sind wir überzeugt. Zum einen verbessert die „Wahrheit der Datenübertragung“ die Effizienz der Projekte. Diese „Single Source of Truth“, also die einheitliche Datenbasis, ist die Voraussetzung für produktive, transparente Abläufe. So generieren wir nachhaltige Projekterfolge und eine nachhaltige Wertschöpfung – sowohl für den Kunden als auch für uns. Zum anderen erleichtert die Möglichkeit zur Erstellung verlässlicher KPIs (Key Perfomance Indicators) das Projectcontrolling enorm. Mit einer ständigen Übersicht über tatsächliche Kostenverläufe können wir im Notfall viel früher intervenieren. Wir sparen Zeit, Ressourcen und natürlich Geld.

Lässt sich das Projektmanagement Ihrer Ansicht nach weiter automatisieren?

Waßner: Wir automatisieren ja nicht das Projektmanagement als solches. Zwar können wir heute erfolgsbestimmende Indikatoren auf Knopfdruck abrufen, die Entscheidungen, die daraus resultieren, müssen aber immer noch von Menschen getroffen werden. Daneben steigen die Anforderungen an die Kommunikationskompetenz der beteiligten Projektmitarbeiter. Projektteilschritte und Erfolgskennzahlen gegenüber den verschiedenen Stakeholdern kompetent zu vermitteln, erfordert geistige Flexibilität und Empathie. Das kann bisher kein Roboter erledigen.

Sind die Unternehmensstruktur und ein darauf abgestimmtes Projektmanagement für nachhaltigen Erfolg unabdingbar?

Waßner: KUKA verfolgt seit jeher die Idee, Produktions- und Montagelösungen in der industriellen Fertigung effizient und somit nachhaltig zu automatisieren. Mit unseren Industrierobotern und automatisierten Produktionslösungen sind wir unmittelbar an der Industrie 4.0 beteiligt. Die reale und die virtuelle Fertigungswelt verschmelzen in unserer Vision von der Fabrik der Zukunft schließlich miteinander. Das Projektmanagement muss mit dieser Idee konformgehen und die Voraussetzungen für diese Vision schaffen, andernfalls lassen sich Theorie und Praxis nicht störungsfrei miteinander verbinden.

 

Kurzbiografie des Vortragenden:

Florian Waßner ist Head of Project Management bei der KUKA Systems GmbH. Im Jahr 2003 startete der ausgebildete Maschinenbauingenieur mit zusätzlicher Qualifikation zum Schweißfachingenieur zunächst als Prozessingenieur für die Laserschweißtechnik. Bald schon entdeckte er sein Talent, Mitarbeiter bei der Umsetzung von Projekten zu begeistern, und stieg vom Projektleiter Karosseriebau zunächst zum Projektmanagement-Teamleiter und schließlich in die jetzige Leitungsposition auf.

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